Sonntag, 24. August 2014

Die Geschichte hinter meiner Narbe


Es ist Wochenende und da dachte ich nehme ich mir etwas Zeit und erwähle euch wie ich zu meiner Narbe gekommen bin. Denn das ist eigentlich eine ganz lustige Geschichte.



Die Narbe ist an der Seite meines rechten Ellebogens. Sie ist ziemlich groß und vor allem auch tief. Man fühlt sie deutlich wenn man mit der Hand drüber geht. Ich habe damals nicht erwartet, dass es eine so große Narbe wird, die nun selbst seid sieben Jahren noch kaum zurückgegangen ist.

Ich war also 17. Es war der 19.10.2007 und das Datum weiß ich so genau, weil meine Mutter an dem Tag Geburtstag hatte. Das tat mir ziemlich leid, denn in der Nacht zuvor war ich mit einem Freund auf dem Pipettes Konzert in Köln. Meine absolute Lieblingsband damals. Wir wollten einfach nicht wahrhaben, dass wir vor dem letzten Song gehen mussten um den letzten Zug nach Krefeld zu kriegen und haben ihn grob fahrlässig verpasst. Meine Mutter war dann so lieb mitten in der Nacht uns abzuholen, was mir natürlich gerade weil sie Geburtstag hatte und auch früh arbeiten musste eben ziemlich leid tat. Ich musste auch früh aufstehen. So gegen halb sieben. Ich hatte einen dieser furchtbaren eeeewwiiig langen Schultage mit 7te/8te Stunde Sport oder war das 8te/9te? Ich kann mich schon gar nicht mehr richtig an meine Schulzeit erinnern. Na ja und danach war ich noch bei der Percussion AG von Herrn Delka. Irgendwann musste ich da aufgeben, hab gesagt ich muss Heim, bin auf mein Fahrrad gestiegen und losgefahren.

Weit bin ich nicht gekommen. Zwischen Fahrradweg und Straße sind in Krefeld viele Beete, die tiefer liegen als der Radweg. Ich bin aus versehen wegen meiner Übermüdung von dem Radweg in das Beet gekommen und bin mit ziemlich viel Schwung mit dem Fahrrad auf den Gehweg geknallt. Ich stand unter Schock und dachte einfach: Ich habe keine Lust mehr. Ich steh nicht auf. Das habe ich auch nicht gemacht und lag da. Auf mir das Fahrrad. Leider hatten ein paar Leute von den Maltesern mich von der anderen Straßenseite gesehen und gemerkt das was mit mir nicht stimmt. Die waren ziemlich nett und haben mich aufgehoben und in so ne metallische Wärme Decke eingewickelt. Die haben natürlich auch meine Wunde entdeckt am Arm, die ich zuvor gar nicht gesehen hatte. Außerdem stellten sie Fragen und ich konnte nicht antworten. Als ich endlich geschafft hatte ein Wort rauszubringen fingen mir an Tränen aus den Augen zu fließen und das hörte nicht mehr auf. Um genau zu sein die nächsten Stunden nicht mehr. Ich stand unter Schock.
Nicht nur die Malteser hatten das ganze gesehen, sondern auch ein Streifenwagen der erst vorbeifuhr und nach ein paar Minuten zurückkam. Die zwei Polizisten hatten keinerlei Verständnis dafür, dass man am helligten Tag mit dem Fahrrad umfallen kann und waren somit ziemlich unfreundlich. Folgender Dialog ergab sich (ich immer noch weinend bei jedem Wort):

POLIZEI: Wo kommen Sie her?
MIRA: Von der Schule!
POLIZEI: Welche?
MIRA: Ricarda Huch GYMNASIUM!
POLIZEI (skeptischer Blick): Haben sie Alkohol konsumiert?
MIRA (lachend und weinend zugleich): Nein, ich komme von der Schule! (Pause) Und Drogen genommen habe ich auch nicht!


Dann war der Spaß vorbei. Die Polizei wollten meinen Ausweis und haben einen Krankenwagen gerufen (anstatt beispielsweise meine Erziehungsberechtigten), damit sie mir eine Anzeige schreiben konnten.  Als der Krankenwagen da war musste ich vor den Augen der Sanitäter und der Malteser in so ein Alkohol Ding pusten. Zwei Mal! Die Polizisten konnten kaum fassen, dass er 0,00 pro Mille anzeigte. Als die Polizei weg war, haben mich endlich die Sanitäter gefragt, ob ich nicht meinen Eltern Bescheid sagen möchte. Meine Mama kam dann ins Krankenhaus wo wir Ewigkeiten warten mussten und ich immer noch nicht die Tränen stoppen konnte.


Meine Mutter fands natürlich nicht so schlimm, dass das alles auf ihrem Geburtstag passiert ist. Es ist einfach Teil der Geschichte. Was meine Mutter nicht so lustig fand, war als ein paar später die Anzeige gegen mich wegen ‚Personenschaden bei einem Verkehrsunfall’ eintrudelte. Die Beamten hatten sogar eine Skizze vom Unfallhergang gemacht. Ich wurde tatsächlich angezeigt, weil ich mit dem Fahrrad hingefallen bin. Monate später bekam ich einen Brief in dem stand, dass das Verfahren gegen mich eingestellt wurde.



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